Weltklimarat spricht sich für Ausbau der Atomkraft aus

Wie lässt sich der Klimawandel bremsen? Was können Regierungen tun, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern? Mit solchen Fragen befassen sich seit Montag mehr als 600 Klimaexperten und Vertreter aus mehr als 130 Staaten in Berlin. Bis Freitag dauert die Konferenz des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC); am Sonntag soll der dritte Teil des aktuellen Weltklimaberichts vorgestellt werden. Vier Jahre lang wurde an den 2000 Seiten gearbeitet; nun wird in Berlin die Zusammenfassung für die politischen Entscheidungsträger verabschiedet.

Zuvor hatten bereits zwei andere IPCC-Arbeitsgruppen ihre Berichte vorgelegt: zu den wissenschaftlichen Grundlagen sowie zu den Folgen des Klimawandels und den Anpassungsmöglichkeiten. Aus Sicht der Politik dürfte das dritte Kapitel aber das interessanteste sein. Denn darin geht es um die politischen und wirtschaftlichen Strategien im Kampf gegen die Erderwärmung – und um die Kosten solcher Maßnahmen.

Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sagte am Montag, am Klimaschutz führe kein Weg vorbei. „Eine Anpassung reicht nicht.“ Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sprach von der „größten globalen Herausforderung“ für die Staatengemeinschaft in diesem Jahrhundert. Es sei unabdingbar, den Klimawandel abzuschwächen, sagte auch der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer, der Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe III ist. Der aktuelle Report zeige die verfügbaren Optionen.

Eine bedeutsame Option ist aus Sicht des IPCC offenbar der Ausbau nichtfossiler Energieträger; so viel war schon am Montag bekanntgeworden. Allerdings gehören dazu nicht nur Sonne oder Wind, sondern nach Meinung des Klimarates auch die Atomkraft und die Abscheidung von Kohlendioxid in Kohlekraftwerken. In solche Methoden müssten jedes Jahr 147 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden, in fossile Energien hingegen 30 Milliarden Euro weniger.

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Das Ziel der globalen Klimaschutzbemühungen ist es, die Erwärmung auf zwei Grad über dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Anderenfalls sagt der Weltklimarat schwere Schäden durch Unwetter, steigende Meeresspiegel oder Dürren voraus. Auf der Weltklimakonferenz in Paris 2015 wollen die Staaten abermals versuchen, für die Zeit nach 2020 ein verbindliches Klimaabkommen zu vereinbaren.

Text: Henrike Rossbach

(Quelle: FAZ)

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