Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen gefährdet gesamte Lieferketten im Automobilbereich

In wenigen Tagen stimmt das Europäische Parlament in Straßburg darüber ab, ob künftig nur noch E-Autos zugelassen werden. Diese Abstimmung hat weitreichende Folgen für Konsumenten, Beschäftigte und Wirtschaft. „Aus Fehlern muss man lernen, Europa hat mit schlimmen Folgen für die Versorgungssicherheit auf billiges russisches Gas und Erdöl gesetzt. Jetzt steht die EU vor der Frage, nur noch elektrische Fahrzeuge zuzulassen oder ein zweites Standbein aufzubauen, das eFuels heißt. Die Argumentation der Europäische Kommission und des Berichterstatters erinnert fatal an die Forcierung der billigen Russland-Importe, Lehrgeld soll man nur einmal zahlen“, kritisiert der österreichische eFuel-Chef Jürgen Roth.

Diversifikation schützt vor Erpressbarkeit.
Diese Kurzsichtigkeit frappiert: „Die eFuels haben das Zeug rasch wettbewerbsfähig zu werden, dank der Lernkurve, dank der Economies of Scale der Massenproduktion und dank der Wahl der idealen Standorte mit deutlichen niedrigen Gestehungskosten des Wind- und Solarstroms von Südamerika, Nordamerika, Afrika, Asien und Australien im Vergleich zu Mitteleuropa. Eine neue Technologie ist nur anfangs teurer als eine etablierte. Das war bei den E-Autos und der Fotovoltaik auch so. Vor den eFuels braucht sich niemand fürchten, die Konsumenten sollen zwischen zwei klimaverträglichen Alternativen wählen können“, argumentiert Jürgen Roth. „Bei zusammen schaffen mehr Klimaschutz als eine allein“.

E-Autos entwickeln sich im Wettbewerb der Technologie, also ohne “E-Zwang“, besser. Bei den kritischen Rohstoffen kommt auf die Hersteller eine gewaltige Herausforderung zu. Wenn bestimmte Materialien nur in China und in Ländern vorkommen, in denen sich China die Abbaurechte gesichert hat, wird Europa erpressbar. Bei einer Unterbrechung der Rohstoffversorgung stehen die europäischen Produktionsanlagen für Autos still. „Wer garantiert uns, dass ein Land, das eine marktbeherrschende Stellung hat, die Rohstoffe nur noch seinen eigenen Automobilproduktionen zur Verfügung stellt?“

„Bei eFuels kommen so viele Länder, die keine Supermächte sind, als Exporteure in Betracht, dass jedes einzelne Risiko beherrschbar ist und eine Erpressbarkeit wie beim russischen Erdgas nicht entstehen kann“, unterstreicht der eFuel-Präsident.

Europäische Verbände appellieren an Weitblick des Europaparlaments.
Daher läuten bereits die Alarmglocken. Mehr als einhundert Verbände weit über die Wirtschaft hinaus fordern die Abgeordneten des europäischen Parlaments auf, eine halbe Million Arbeitsplätze allein in der Automobilindustrie zu sichern (Anhang). „Wir sehen, wie riskant es ist, alles auf eine Karte zu setzen.“

Daher soll das Parlament in der Verordnung über die Grenzwerte neben der motorseitigen Lösung auch die treibstoffseitige Lösung (klimaneutrale Treibstoffe ersetzen sukzessive fossile) zulassen. „So können wir vermeiden, dass Autos nur noch dort produziert werden, wo die knappen Rohstoffe für E-Fahrzeuge verfügbar sind.“

„Wettbewerb ist der beste Garant für technologischen Fortschritt“, argumentiert Jürgen Roth. „Das von der EK vorgeschlagene electric only, entstand vor der Russland-Krise, nun ist es nicht mehr verantwortbar, da die Risiken die Wählerinnen und Wähler massiv negativ treffen, welche die Parlamentarier vertreten“, so Roth abschließend. „Der Standort braucht einen Mix bei Energieträgern, chronische Energieknappheit gefährdet unseren Wohlstand.“

Rückfragen & Kontakt:
eFuel Alliance Österreich
Dr. Stephan Schwarzer
Geschäftsführer
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