34 Jahre Tschernobyl – Die unterschätzte Gefahr

Die Brände rund um das Atomkraftwerk Tschernobyl zeigen neuerlich – die Gefahr einer neuerlichen radioaktiven Belastung Europas besteht noch immer. Aber nicht nur durch die Brände – im Inneren der Reaktorruine liegt noch immer so viel radioaktives Material, das einen zweiten Super-GAU auslösen kann.

Freistadt (OTS) – Die Waldbrände rund um das Atomkraftwerk in Tschernobyl, in dem am 26. April 1986 Reaktor 4 explodiert war, machen deutlich, dass die Gefahr einer neuerlichen Verseuchung Europas noch immer besteht.

„Große Mengen an radioaktivem Cäsium 137 und Strontium 90, die bei der Atomkatastrophe freigesetzt wurden, sind in Bäumen gespeichert. Fast 50 % dieser Stoffe werden beim Verbrennen wieder freigesetzt, durch die Hitze in hohe Luftschichten transportiert und bis nach Europa verfrachtet“, so Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

„Das französische Institut für Strahlenschutz (IRSN) hat festgestellt, dass diese Luftmassen bereits weite Teile Europas erreicht haben, was auch das Umweltministerium bestätigt. In Österreich seien aber noch keine erhöhten Werte gemessen worden. Allerdings gibt es bei den Messungen einen gewissen Schwankungsbereich“, so Manfred Doppler weiter.

„Eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf, sind die enormen Mengen an radioaktivem Material, die noch immer im Inneren des zerstörten Reaktors 4, im sogenannten Elefantenfuß, vorhanden sind. Sie haben das Potential eines neuerlichen Super-GAUs, der der Katastrophe von 1986 um nichts nachsteht“, so Manfred Doppler abschließend.

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